Interview mit Prof. Steinkraus zum Thema Hautkrebs


Professor Steinkraus über unseren veränderten Umgang mit der Sonne.

Warum steigen die Zahlen der Hautkrebserkrankungen weiter an, obwohl sich unser Bewusstsein für die ‚dunklen Seiten‘ der Sonne geschärft hat?

Prof. Steinkraus: Es ist in der Tat so, dass ich heute kaum noch Sonnenbrände sehe und auch allgemein mehr Sonnenschutzprodukte gekauft werden. Für die weiterhin steigenden Zahlen müssen also andere Gründe verantwortlich sein.

Wenn wir uns mit einer Sonnencreme mit LSF 50+ eincremen, heißt das zum Beispiel nicht, dass wir damit endlos in der Sonne liegen können. Zwischen den Lichtschutzfaktoren 30 und 50+ gibt es nur einen sehr kleinen Unterschied! Außerdem müssen wir uns immer gegen UVB- und UVA-Strahlen schützen. Die UVB-Strahlen sind für die Entstehung von Sonnenbrand verantwortlich. Schützen wir uns nur gegen diese für uns sichtbare Reaktion auf ein Zuviel an Sonne, wiegen wir uns in falscher Sicherheit. Die UVA-Strahlen dringen tief in die Haut ein und können dort zu Schäden führen, die erst Jahre später offensichtlich werden. Deshalb muss die verwendete Sonnencreme einen Schutz gegen beide Strahlenarten gewährleisten. Außerdem wird meistens immer noch zu wenig Creme verwendet. Die Prozedur des Eincremens wird als umständlich und lästig empfunden. Und gerade im Urlaub lässt man ja auch gerne mal fünfe gerade sein. Um sich gut zu schützen, muss eine 200ml-Flasche aber schon nach 5 Tagen leer sein! Deshalb empfehle ich, beim Kauf der Sonnenschutzprodukte auch auf die Konsistenz zu achten. Lässt sich das Produkt leicht verteilen, zieht es schnell ein und riecht es angenehm? Jetzt sind wir also an unserem Urlaubsort im Süden mit unserer noch hellen Bürohaut angekommen, haben uns sehr gut eingecremt und legen uns ab dem ersten Tag des Urlaubs gnadenlos von morgens bis abends in die Sonne. Schließlich wollen wir so braun wie möglich nach Hause kommen. Wichtig ist aber, wie wir uns gerade in den ersten Tagen verhalten. Denn unsere Haut kann sich an Stress gewöhnen. Und zu diesem Stress zählt leider auch die Sonne. Verhalten wir uns am Anfang zurückhaltender beim Sonnenbaden, kann sich die Haut an den Stress anpassen, sich quasi trainieren und langsam einen Eigenschutz aufbauen.

Welche Pflege empfehlen Sie nach einem Sonnentag?

Prof. Steinkraus: Auch wenn wir unsere Haut gut gegen die UV-Strahlen geschützt haben, werden vermehrt Sauerstoffradikale (Bad Boys) in der Haut gebildet. Durch sie wird das hauteigene antioxidative System (Good Boys) belastet. Deshalb sind hautberuhigende und antioxidativ wirkende Aftersun-Lotions eine gute Wahl. Feuchtigkeitsspendende und –bindende Inhaltsstoffe unterstützen die Haut bei der erforderlichen Regeneration. Jojoba, Avocado, Macadamianuss, Sheabutter und Aloe Vera sind hilfreiche Inhaltsstoffe. Antioxidantien wie Vitamin E helfen dabei, den oxidativen Stress in der Haut zu reduzieren.

Gibt es wirklich Nahrungsmittel, durch die ein gewisser UV-Schutz im Körper aufgebaut werden kann?

Prof. Steinkraus: Ja, die gibt es. Einige Nahrungsmittel, beziehungsweise Vitamine, können tatsächlich bei regelmäßigem Genuss eine leicht schützende Wirkung (ungefähr LSF 2 oder 3) aufbauen. Dazu gehören Carotinoide (in Karotten und Tomaten) und Vitamin E. Der Goldtüpfelfarn (Polypodium leucotomos) wird aufgrund seiner leichten Schutzwirkung von innen Patienten mit Sonnenallergie verschrieben.

Der Schutz durch Nährstoffe kann aber niemals den Schutz durch Sonnencreme und durch den richtigen Umgang mit der Sonne ersetzt werden. Eine Sonnenschutzdiät gibt es nicht! Trotzdem tut eine ausgewogene, gesunde Ernährung und eine ausreichende Trinkmenge viel für unsere Haut. Die Hautstruktur und –funktionen, das hauteigene antioxidative System und damit auch der Zellschutz werden gestärkt.

 
 
 

 

 
 
 
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